CISSA – DIE LEGENDE VON DEM ISTRISCHEN ATLANTIS

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Vor VI. Jahrhunderten, die Legende besagt am Todestag des Hl. Euphemia, der Schutzheiligen der Stadt Rovinj, genau am 16. September in Jahre 304, verschwand die Halbinsel mit ihrer berühmter Stadt, die Cissa hieß. In einem schrecklichen Erdbeben entstanden aus dieser Halbinsel neue Inseln, so dass wir heute sagen können, dass Rovinj auf ihnen wohnt – die Inseln Sveta Katarina und high cholesterol diet Sveti Andrija (Rote Insel) sind die bekanntesten, aber da sind auch Figarola, Velika i Mala, Sturago, Pirusi, Dvije sestrice, Sveti Ivan na pucini, ein Inselchen Sedam dlaka (Sieben Haare, Banjole) …

thumb_detven2Zwischen Sveti Ivan na pucini, einer kleinen Insel, aus deren Grün der kleine Glockenturm der verlassenen Kirche hervorliegt, und dem gleichnamigen Riff Sveti Ivan na pucini, wo 1853 zu österreich-ungarischen Zeiten ein Leuchtturm erbaut wurde, der sich 22m über dem Meer erhebt, liegt auf real property health facilities corp dem Meeresgrund das große Rätsel der Adria, die vermeintlichen uralten Anfänge Rovinjs. Ein Geheimnis, zu dem es noch heute viele Fragen und verschiedene Antworten gibt.

Noch einmal kam es Ende des VI. Jahrhunderts in dieser Gegend zu einem Erdbeben, als sie ihre heutigen Konturen bekam und die Stadt Cissa noch weiter in die Tiefen dieses Aquatoriums sank.

„Gerade so wie heute, muss das Meer glatt wie Öl sein“, sagen die Fischer von Rovinj. „Dann kann man in den Tiefen die Konturen von Steinmauern erahnen.“

Hier verflechten sich Netze und Gedanken und die alten Bücher erzählen davon, wie vor langen Zeiten in diesen Tiefen eine Stadt verschwunden ist: Cissa, oder das alte Ruven, Ruvin oder Rubino. Es hatte Straßen, Plätze und ein rauschendes Leben. Es war für seine Farbenherstellung bekannt; plötzlich ist es verschwunden; und nach diesem furchtbaren Unterwasserschlag, maremotus, entstand das heutige Rovinj.

Der bekannte Historiker Pietro Kandler (1804-1872) aus Triest kreidet den alten Geographen an, dass sie Cissa mal hierhin, mal dorthin legten „mit dem Kahn der Imagination auf den Meeren der landkarten schiffend“.

Kandler ist mit dem Boot an ort und Stelle gefahren. „Wir sind dorthin gefahren“, schreibt der Triester, „doch die Tiefe des Wassers erlaubte dem Auge nicht bis zu den Häusern oder Ruinen vorzudringen.“

coronelliIndem er die alten Schriftsteller – von Plinius bis zu „modernen“ – berücksichtigt, sagte Kandler, die bisherigen Erkenntnisse zusammenfassend, dass sich – vom Turm der Hl. Euphemia aus gesehen – zwischen der Insel Sveti Ivan und real estate health einem kleinerem Inselchen, von der ersten in Abstand von 500 venezianischen Schritten und 100 von der zweiten die versunkene Stadt befände. Und er präzisiert: sie liegt im Kreis von 500 Schritten, in einer Tiefe, die von 18 bis 20, 25 bis 30 venezianischen Wassermeilen variert, was auf einen Berghang auf der höhe von ungefähr 12 Metern schließlich lässt. Dass Abfallen des Geländes von Cissa setzt sich so fort, so dass man es eher einem jähen als strufenweisen Verschieben zuschreiben könnte, bis zum unerwarteten Absturz „aus Gründen, die wir nicht bestimmen können.“ Er erwähnt die Tatsache, dass die Fischer jene Stelle vermeiden, denn zwischen den Unterwasser-Mauern verfangen sich ihre Netze und zerreißen. An Gegenständen, die aus den Wassern von Cissa gezogen wurden, werden erwähnt: Backsteine, viereckige Steine, Dachziegel und auch ein Fensterstein mit Metallhacken, an dem, wer weiß wann, die Fensterflügel hin – und herschlungen.

Die Geschichte von Cissa beginnt jedoch viel früher. Der römische Historiker Plinius der Ältere (1.Jhr.n.Chr.) erwähnt in seinen geographischen Schriften, wenn es von den berühmten Inseln vor der Mündung des Timav (eines oberadriatischen Flusses) und von Istrien spricht: Cissa, dass es eigentlich zu Plinius Zeiten für seine große Einwohnerzahl hätte „berühmt“ sein können, weil von der bekannten Farbenherstellung damals noch nicht die Rede sein konnte.

Jahrhunderte später bekommt die „fabula cissiana“ neue Argumente – Cissa wird Bischofssitz. Auf der Kirchensynode in Grado (Norditalien) im Jahre 579 findet man die Unterschrift eines Vindemius, der in den Chroniken als „Epscopus Cesetensis“ und andererorts „Cenensis“ oder „Cenetensis“ bezeichnet wurde, so auch in den Abschnitten der Synodeschriften, die unter den Akten einer ähnlichen Versammlung 827 in Mantua aufbewahrt werden – was soviel wie von Cissa bedeutet.

Die Suche nach Cissa hört nicht auf! Den Fischern von Rovinj verfangen sich ihre Netze weiterhin in Meeresgrund. Der Hl. Johannes, San Zuane, zieht sie auf die offene See!

Unter dem Bild Kaisers Franz Joseph I. beschloss der Kapitän des Hafens von Rovinj, Carlo Covacevich, die Behörden für Unterwasserforschungen in Cissa zu interessieren.  Die österreichisch-ungarische Admiralität in Pula schickte Januar 1890 das Schiff Laudon in die geheimnisvollen Gewässer von Rovinj; auf ihm stolz der „Staatstaucher“, dessen Ausrüstung den Astronauten-Gestalten auf den Illustrationen des Ottocento glich. Die Forschungen wurden noch ernster österreich-ungarische Art durchgeführt, unter Anwesenheit Kapitäns Covaceich. Nachdem der Taucher aus dem Wasser kam, wurde ein Protokoll in deutscher Sprache aufgesetzt.

staro01Der Taucher sagte folgendes:“Sobald ich mich in die Meerestiefen herabließ, kam ich zu einem Ort, der mit Mauerresten bedeckt war, was mich, nachdem ich sie untersuchte, davon überzeugte, dass es sich zweifellos um eine von Menschen gemachte Konstruktion handelte. Da ich Maurer bin, konnte ich auch Mörtelspüren feststellen. Im umliegenden Berreich bemerkte ich als Fortsetzung eine Mauerreihe und Straßenreste.“

Die Randmauer von Cissa verfolgte der Staatstaucher im Protokoll in einer Länge von 30m. Er konnte sie nicht weiter verfolgen, weil ihn daran die Teile seiner ungeschickten Ausrüstung hinderten, und eine genauere Forschung der anderen Küste konnte er nicht unternehmen, weil das Wasser zu tief war.

Rovinjski_arhipelagAußer eines Steines, der sicher aus einer Mauer stammte“, sagte der Taucher, „und der auf einer Seite mit Mörtel bedeckt war, konnte ich keinen anderen Gegenstand mitnehmen, den die Mauern bilden ein Hindernis, das ich ohne das entsprechende Werkzeug in der kurzen Zeit nicht überwinden konnte.“

Die Abfahrt der „Laudon“ und des stolzen Tauchers stellte gegen Ende des 19 Jh.s. die hypothesen einiger damals bekannter „Cissologen“ in Frage: aber Hypothesen, Widerlegungen und Fragen lebten weiter und leben auch heute. Ebenso wie die Worte das Hl. Hieronimus, der in einem Brief einem blinden Reisenden empfiehlt, nicht weiter als bis Cissa zu gehen.

(Mit Hilfe von der Publikation: "Rovinj: na starim razglednicama", Zavicajna naklada "Žakan Juri", Pula, 1998)